Der 21-jährige Sänger Roman Lob gilt bei “Unser Star für Baku” (“USFB”) als Favorit. Sollte Roman den deutschen Vorentscheid zum “Eurovision Song Contest” gewinnen, wird er am 26. Mai dieses Jahres in Baku auf viele Anrufe aus den teilnehmenden Ländern hoffen. Doch der junge Künstler stand bereits im Jahr 2007 in der Öffentlichkeit, damals in der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”. Dort musste er wegen einer Krankheit aufgeben. In einem Dokumentarfilm sprach der Sänger über die damalige Zeit und zeigt damit gleichzeitig, dass Welten zwischen den beiden Sendungen liegen.
Dass Roman Lob die Castingshow “Unser Star für Baku” gewinnen wird, bezweifeln inzwischen die wenigsten. Am vergangenen Montag schaffte er es trotz einer Tonpanne auf den ersten Platz. Seine Konkurrentinnen landen regelmäßig hinter ihm. Bereits im Sympathie-Ranking zu Anfang jeder Show liegt er vorne.
Zugegeben: “USFB”-Kandidatin Yana Gercke, Schwester von “Germany’s Next Topmodel”-Siegerin Lena Gercke, hat auch noch Siegeschancen - auch wenn sie am Montag nur auf dem dritten Platz landete. Doch Roman Lob gilt bei vielen als der absolute Top-Favorit.
Und das nicht ohne Grund: Der 21-Jährige hat bereits 2007 bei “Deutschland sucht den Superstar” unter Beweis gestellt, dass er ein guter Sänger ist. Damals allerdings musste er die Show aufgrund einer Kehlkopfentzündung verlassen. Bis zu seinem Aus galt der damals 16-Jährige als heißer Anwärter auf einen Platz in den Live-Shows.
Dann wurde es still um Roman Lob. Mitte 2011 veröffentlichte Pete Schilling seine Bachelorarbeit zum Thema Realität. In dem Dokumentarfilm ließ der junge Regisseur auch Roman Lob zu Wort kommen, der aus dem “DSDS”-Nähkästchen plauderte: “Du bist halt ständig auf Achse. Stehst morgens in der Früh um 4 Uhr auf, fährst in die Studios, hast Vocal-Coaching und das ist halt wirklich ein riesiger Stress-Faktor und dadurch bin ich auch krank geworden da, hatte wirklich Probleme und für so einen Jungen, ich war 16, es ging halt alles nicht. Es war schwer.”
Roman äußerte sich in dem Film außerdem zu den “DSDS”-Verträgen: “Du unterschreibst so gesehen deinen Arsch in diesen Shows und bist dann auch an den Sender oder an irgendwen gebunden wo du selber gar nicht drüber nachdenkst und keine Lust drauf hast.” Dies müsse man den jungen Teilnehmern vorher klar machen.
Doch im Showgeschäft ist der Stress-Faktor sehr hoch. Schon durch die Öffentlichkeit entsteht für junge Künstler plötzlich starker Druck. Da fragt man sich unweigerlich, wieso Roman Lob sich das noch einmal antut. Sollte er “USFB” gewinnen, wird er auch “ständig auf Achse” sein und früh am Morgen aufstehen müssen. Natürlich, er ist älter geworden. Doch der Grund, wieso sich der 21-Jährige bei Raab, und nicht bei Bohlen, beworben hat, liegt am Konzept der Sendung selbst und den Köpfen dahinter.
Stefan Raab und sein Team lassen den Kandidaten viel Freiraum. In der Show selbst singen die Künstler auch mal ungewöhnliche Songs, die wohl nicht immer jeder Zuschauer kennt. Bei “DSDS” wäre das undenkbar. Dort bekommt man während jeder Staffel das Gefühl, dass die Kandidaten völlig unvorbereitet auf die Presse losgelassen werden. Nicht so bei Stefan Raab. Lena Meyer-Landrut ist das beste Beispiel dafür, dass die Kandidaten seiner Shows nicht unbedingt ihr Privatleben offenlegen müssen, um erfolgreich zu sein.
Lena glänzte bei Pressekonferenzen oft mit Schweigen oder launigen Sprüchen, wenn es um ihre Privatsphäre ging. Ähnlich macht es übrigens auch Stefan Raab selbst, über den nur wenig Privates bekannt ist. Aber auch bei Raabs Schützlingen Max Mutzke und Stefanie Heinzmann war diese Taktik zu erkennen. Beide fielen eher mit ihrer Musik, als mit ihrem Privatleben auf.
In dem Dokumentarfilm kommt Roman zu dem Schluss, dass er es “nie wieder machen” würde. Bezogen ist diese Aussage aber nur auf die Zeit bei “DSDS”, deshalb versucht er sein Glück jetzt in einer vermeintlich seriöseren Castingshow. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Sendungen nur in wenigen Punkten. Doch vor allem für die Künstler sind die Unterschiede gewaltig. Entweder man ist die Sau, die für wenige Wochen durchs Mediendorf getrieben wird, oder man versucht, die ganze Sache etwas ruhiger anzugehen.
Leicht wird es im Falle eines Sieges für Roman Lob allerdings nicht. Die Medien machen sich nämlich gerne ihre eigenen Gesetze und schon steht man ohne eigenes Verschulden im Kreuzfeuer der Kritik.
Pete Schilling: Dokumentarfilm zum Thema “Realität”
Mad World (2011) from Pete Schilling on Vimeo.

Sehr gelungener Artikel!
Und das Video von Pete Schilling ist nur zu empfehlen…habe es mir komplett angeschaut und es ist wirklich interessant..
Gefällt mir gut.
Ob Herr Lob wirklich glücklicher wird, nur weil er den Sender wechselt sei mal dahingestellt, aber er resp. du spricht das aus, was ich mir schon lange denke.
Entspannt wird es wohl bei keiner Castingteilnahme, aber DSDS ist sicherlich der absolute SuperGau.
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Tolles Video von Pete Schilling: Dokumentarfilm zum Thema “Realität”
Höchst empfehlenswert!